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Bücherstapel: Volle Craft Voraus!

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Solltet ihr nicht mit Spott über euren Lesestoff umgehen können, dann versteckt lieber folgenden Titel in einem unauffälligen Umschlag, wenn ihr Bahn fahrt oder Besuch empfangt. Inhalt oder Cover sind hier nicht gemeint, nein, der deutsche Titel von dem eigentlichen „State of Craft“ lautet bei der deutschen Ausgabe „Volle Craft Voraus“ – und führte in meiner Umgebung auffällig oft zu schlauen Kommentaren. Ich für meinen Teil, sehe da jetzt nicht das große Problem (deutsche Kinotitel sind doch viel schlimmer!) und fühlte mich somit nicht abgeschreckt (Was sich zum großen Teil durchaus gelohnt hat).

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Wie bereits angerissen, handelt es sich hier um die deutsche Übersetzung aus dem Amerikanischen, welche im Mai beim fabulösen Verlag Edition M. Fischer erschienen ist. Mehr Infos zur Originalausgabe erhoffte ich mir auf zugehörigem Blog – der nach ganzen 5 Artikeln abbricht. Kurzzeitmarketing nennt man das wohl.

Aber jetzt zum deutschen Titel:

Versammelt sind hier etwas mehr als 50 Projekte verschiedener Kreativer/Labels aus den USA und Großbritannien. Neben einer kurzen Charakterisierung sind noch sieben ausführliche Interviews mit einzelnen Kreativen eingestreut. Ein schöner Mehrwert. Insbesondere für Leute wie mich, welche gerne hinter die Kulissen erfolgreicher Indie-Labels schauen – inkl. der erklommenen Hürden und den kleinen Umwegen, die es manchmal so braucht.

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Die ersten rund 40 Seiten gehen für die Beschreibung allgemeiner Techniken wie Stricken und Häkeln drauf. Schön, dass hier Laien weitergeholfen wird. Hätte ich aber eher, wie meist auch üblich, am Ende des Buches erwartet. Danach geht es dann aber direkt mit einer sehr schmucken Kuscheltier-Anleitung, Haarschmuck aus Stricklieselschnüren und Wandhaken aus alten Flaschenkorken los. Beim Blättern stolpere ich häufig auf etwas geschmackskritische Projekte wie Plüschohren für den für mich verhassten Fahrradhelm oder einen karnevalsanmutenden Indianer-Kopfschmuck sowie mitunter sehr basic-anmutende Projekte wie den klassischen Strick-Loopschal oder die im Internet unumgängliche Stoffwimpelkette (die sind ja schön – aber bitte nicht noch mehr davon!).

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Froh bin ich wirklich sehr, nicht auf den mir (uns?) ganz schlimm aus dem Hals hängenden Schnurrbart-Trend zu stoßen – welcher, nachdem er endlich abgeebbt war, nun den Mainstream von Bravo-Gimmicks und Sixx-Modeschmuck erreicht hat. Oh nein, hier ist er doch in einem Projekt zu finden! Aber immerhin nur als anzuklebendes Filzexemplar und nicht als Kette, T-Shirt oder werweißwassonst.

Dann gibt es aber ganz klasse Projekte wie eine verstellbare Marmeladenglas-Tischlampe (Hammer!) oder eine Anleitung für eine Sojakerze. Noch nie von letzterer gehört aber das werde ich sicher ausprobieren!

Volle-Craft-voraus-4-holz-lampe [1024x768]

Was ich bisher noch nie in einem DIY-Buch gesehen hatte, war eine Anleitung zur Fertigung von Schuhen. Kein Upcycling oder sowas, nein, wirklich den „Bau“ eines Schuhpaars fast von null auf (man kauft sich die Einzelbestandteile quasi zusammen). Und dann auch noch sehr sehenswerte, weibliche Exemplare. Das sage ich jetzt, weil das einzige Beispiel, das ich zum Selberbau von Schuhen kenne, Susanne Klingner war, die in ihrem sehr lesenswerten Buch „Hab ich selbstgemacht“ unter anderem einen Kurs zur Schuhherstellung besuchte. Und am Ende dann sehr zünftige, selbstbenagelte Ledertreter hatte (mitunter ja praktisch, ok). Die Bequemlichkeit zweifle ich bei den hübschen Sandalen hier zwar etwas an aber die wären wirklich der Knaller zum Marinestrick-Armband oder Ringelkleid!

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Ganz klasse finde ich auch folgendes BEISPIEL (man soll ja auch selbst ein bisschen kreativ werden..) zu einem Urban-Art Stick-Banner. Würde mir ja wirklich schwerfallen, nach der ganzen Stickerei es dem Großstadtdschungel zu überlassen..

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Netterweise sind dem Anhang des Buches noch Vorlagen sowie Stickzählmuster angehängt. Damit klappt’s dann sicher!

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Sieht man über ein paar Entgleisungen hinweg – oder findet man diese vielleicht sogar witzig – dann ist das auf jeden Fall ein sehr anregender und empfehlenswerter Titel jenseits des Bastelmainstreams, welcher einem meist auf dem deutschen „Bastel-Buchmarkt“ so geboten wird. Mir juckt’s jetzt jedenfalls in den Fingern. Klare Empfehlung also!

PS: Gerade kam wieder ein blöder Kommentar von hinten – zum Buchtitel..   😉

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Autor: twiceversa

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