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Designmärkte: Pro und Contra (+ Neuer Termin für den Shop)

Ein Kommentar

Liebe Leute, nach zwei für mich doch sehr anstrengenden Märkten habe ich erstmal schön die Beine hochgelegt und gar nichts getan! Das bekam der geplanten Etsy-Shoperöffnung natürlich gar nicht gut, just haben wir nämlich schon Mitte Juli – und da sollte ja laut hier oben angegebenem Link der Shop bereits fertig sein. Jetzt wird also erstmal lustig aufgeschoben, das Wetter tat hier auch sein übriges, sodass ich nun entweder einen finalen Termin ankündige und mich somit etwas in Aktionszwang bringe – was ja erfahrungsgemäß dann besser klappt – oder erstmal warte, bis das Wetter so einer Computer-Beschäftigung wieder wohl gesonnen ist. Solange ich hier noch überlege, lasse ich die beiden letzten Märkte mal Revue passieren und eröffne somit Teil 2 der Designmärkte-Reihe.

Designmärkte-#2-marktteilnahme-pro-contra

Heute mit einem generellen Pro und Contra zur Marktteilnahme an sich

Bevor ich Twiceversa ins Leben rief, stellte ich mir das Handmade-Verkaufsleben zugegeben sehr romantisch vor. Da werkelt man

1. bisschen zu Hause herum, bastelt an Homepage und Visitenkarte,

2. eröffnet mal nen Shop und

3. fährt dann ab und an auf einen Markt, um dort mit reißendem Absatz seine kleinen Werke an den „Mann“ zu bringen (ich verzichte hier mal auf den Genderkram, ok?). Dann hat man noch einen

4. lustigen, erfüllten Markttag, an welchem man

5. nette Verkäufer und noch nettere Kunden kennenlernt, welche, nachdem sie

6. deine Visitenkarte mitgenommen haben, zu Hause sofort deinen Blog abonnieren und deine Facebookseite „liken“ (und in Zukunft vielleicht mal was in deinem Shop bestellen).

Nun ist nicht alles gegenteilig der Fall aber wenn man’s dann mal selbst versucht, kann man ja wie so oft die andere Seite der Medaille funkeln sehen:

Absatz und Umsatz:

Oft wird gepredigt, dass viel Arbeit im Handgemachten steckt und somit auch ein nicht Kinderarbeit-in-Asien-Preis vom Kunden dafür verlangt werden kann. Ein Großteil der Kundschaft auf so einem Designermarkt scheint das aber (noch?) nicht begriffen zu haben. Vielleicht liegt es an der Masse der Stände, welche man dort in kurzer Zeit durchforstet und somit dem Vergleich, zu dem man quasi in Rekordzeit gezwungen wird. Oder es sind die so Handmade-freundlichen Portale wie DaWanda, welche gefühlt täglich mit Rabattmails  und -aktionen um sich werfen und somit dem „Zahlt-für-Qualitäts-Gedanken“ auch nicht gerade gut tun (Jedenfalls kehren aus diesem Grund gerade einige befreundete Labels DaWanda den Rücken). Am zweiten Verkaufstag fühlte ich mich jedenfalls gezwungen meine Preise noch einmal zu senken, um nicht im nebenan-ists-aber-billiger-Dschungel unterzugehen. Ob beim Verkauf einer selbstgeschnittenen, mehrfach bemalten und zigfach lackierten Kette dann neben den Materialkosten wirklich ein angemessener Stundensatz noch drin ist, lässt mich da zweifeln. Leider sind die Meterpreise auf solchen Märkten auch nicht gerade ein Schnäppchen, dazu kommt dann noch das (Miet-)Auto und das Benzin. In meinem Fall kam ich so beispielsweise in Oberhausen auf Ausgaben von 185 Euro – das mag dann erstmal wieder durch Verkäufe hereingeholt werden. Wenn ich hier noch den ganzen Tag auf dem Markt (7h) plus Auf- und Abbau (3h) und Anfahrt (2h) mit einem Stundensatz von wenigstens 10 Euro, was genaugenommen ein Witz wäre, hinzurechnen würde…hmm, mache ich lieber nicht. Jedenfalls ist somit verständlich, wenn eine Verkäuferin erzählt, dass sie trotz sehr erfolgreichem Label nur 30 Euro Gewinn an dem Tag gemacht hat – und das ohne die Arbeitszeit zu berechnen.

Markttag:

Nach dem Beladen des Autos zu Hause und dem Entladen und Aufbauen vor Ort geht es endlich los! Ein bisschen wehmütig bin ich schon, an meinen Stand gebunden zu sein und mir nicht die anderen Stände ansehen zu können. Also: nächstes Mal Verstärkung mitnehmen. Der Hinweis ist auch für folgenden Punkt ein guter, denn so ein Markttag kann auch unglaublich langweilig sein. Nicht jeder Kunde hat Lust auf einen Plausch, einige schauen nur kurz über den Stand oder sind in eine Unterhaltung mit der Freundin vertieft. Und ich bin auch nicht unbedingt ein Unterhaltungstalent. Daher sitzt man – die Fleißigen stehen – sehr viel und wartet. Da würde es sicher netter sein, den Stand zu teilen oder eine/n aufopferungsbereiten Freund/in mitzuschleppen (Liebe Freunde, seid hiermit gewarnt!). Ein bisschen fies fühlt es sich an, am Abend seine Sachen wieder einigermaßen ordentlich zusammenzupacken, in vielen Gängen (Sackkarre!?) zum Auto zu tragen und zu Hause wieder auszuladen. Das sind vier Be- und Entladevorgänge an einem Tag, gefühlt ein kleiner Umzug (nochmal: Freund/in mitnehmen, tehe!).

Soziales Potential:

Ohne Begleitung sitzt ihr an eurem Stand fest. Kennenlernen konnte ich bisher also nur Verkäufer, welche zu zweit kamen und ein bisschen Freigang hatten. Das waren dann auch sehr nette Begegnungen. Es gab auch massig super angenehme Kunden, welche klasse Kommentare zu Stand oder Produkten loswurden und mit meiner Visitenkarte von dannen zogen. Interessanterweise waren dies selten die Leute, die dann auch was kauften. Vielleicht liegt das auch am Wissen, dass man das bei reiflicher Überlegung auch in Zukunft noch online erledigen könnte (das kenne ich ganz gut von mir). Oder die Sachen gefallen, hauen aber nicht um – ist genauso legitim.

Werbematerial am Stand:

Visitenkarten oder am besten Flyer sollte man auf jeden Fall in großer Zahl am Start haben, die gehen wie warme Brötchen. Ich habe allerdings den leisen Verdacht, dass sie später der Nichtbeachtung anheim fallen.. Naja, wenn jede/r zehnte was bringt, dann eben jede/r zehnte.

Zur Vorbereitung zu Hause/in der Werkstatt:

Privat bin ich nicht die Organisierteste, im Vorfeld zu den Märkten legte ich mir daher bewusst einen Aufgabenkalender auf meinem Handy an, der täglich einiges an Pflichten zu bieten hatte. Der Hintergedanke war, dass ich hier ohne Radiergummi Aufgaben verschieben, vorziehen, streichen konnte. Trotz vollgepackten Wochen war der letzte Tag – und die letzte Nacht – vor dem jeweiligen Markttag gut stressig, vor Oberhausen hatte ich eine ganze Stunde Schlaf. Das kann man nun niemanden außer mir vorwerfen – ich halte den Punkt aber gut im Gedächtnis, realistisch wird es bei mir an den ersten Terminen sicherlich meist so laufen.

Mein persönliches Fazit:

Zum Bewerben eines Onlineshops und eurer Marke generell ist die Teilnahme an einem Markt sicher erste Wahl. Ihr kommt in Kontakt mit potentiellen Käufern, könnt eure Preise überprüfen (wobei Onlinekäufer tendenziell wohl mehr zu zahlen bereit sind), lernt eventuell noch andere Verkäufer kennen. Unterschätzen sollte man nicht den Aufwand, der vor, während und nach dem Markttag anfallen. Aus der Absicht, einen großen Gewinn zu machen, sollte man wohl gerade zu Beginn seiner Labelgründung nicht einen Stand anmelden. Zumindest ging es mir so. In Zukunft also erstmal regionale und etwas günstigere Märkte für mich – nach einer längeren Pause und ein paar Wochen Beine hochlegen. 🙂

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Autor: twiceversa

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